2 Übungen zur Selbstreflexion von Werten

Amelie Haupt | 24-06-2019 | 3 min Lesezeit

Unsere Werte sind der innerste Kern unserer Persönlichkeit. Sie beeinflussen, welchen Beruf wir ergreifen, mit welchen Menschen wir uns verbunden fühlen, sogar wie wir uns kleiden und was wir essen. Wenn wir nicht unseren Werten entsprechend handeln, sind wir unzufrieden mit uns selbst oder tun Dinge, die wir womöglich später bereuen.

Stell dir vor, du hättest den coolsten Job der Welt: Aufgaben, die dich begeistern, echte Freundschaften zu deinen Kolleg*innen, ein ansehnliches Gehalt und jeden Tag kostenloses Mittagessen. Dann kommt heraus, dass deine Firma in einen skandalösen Bestechungsfall verwickelt ist und den Lebensraum von süßen Koala-Babies vernichtet hat. Würdest du noch mit unbeschwerter Freude zur Arbeit gehen können?

Selbstreflexion von Werten: Was ist dir wichtiger? Koalas oder Karriere?

Wenn wir unsere Werte kennen, fällt es uns nicht nur leichter Entscheidungen zu treffen [1] [1] Bessere Entscheidungen treffen: Mark Manson: 5 Principles for Making Better Decisions , sondern unser Handeln wird uns langfristig glücklicher machen [2] [2] Werte machen uns glücklich: Mark Manson: 3 Ways to Be Happy . Deswegen erhältst du von uns nun zwei Übungen zur Reflexion deiner Werte.

Übung 1: Deine Taten sprechen lassen

Vermutlich würdest du von dir selbst behaupten, dass dir die Umwelt (mitsamt Koala-Babies), deine Gesundheit und natürlich der Weltfrieden am Herzen liegen. Aber zeigt sich das auch in deinem Handeln [3] [3] Du bist, was du wertschätzt: Mark Manson: “Who the Fuck Am I?”: The Ultimate Guide to Personal Values ? Wie der Philosoph Hegel sagte: „Die Wahrheit einer Absicht ist die Tat”. Schauen wir uns also dein Tun an, um auf deine Werte zu schließen.

Sieh dir zunächst diese Liste mit Werten an, um eine Idee zu bekommen, was es für Werte gibt. Diese Liste ist längst nicht vollständig und du kannst sie gerne nach belieben ergänzen.

 

Abenteuer

Achtsamkeit

Ästhetik

Bescheidenheit

Coolness

Disziplin

Ehrlichkeit

Einfachheit

Empathie

Entspannung

Freiheit

Freundlichkeit

Genuss

Gerechtigkeit

Glaube

Harmonie

Heimat

Hilfsbereitschaft

Intuition

Kreativität

Lernen

Liebe

Mut

Musik

Nützlichkeit

Offenheit

Perfektion

Tapferkeit

Vitalität

Würde

 

Hinterfrage nun die großen und kleinen Entscheidungen, die du in deinem Leben getroffen hast. Frage dich: Welcher Wert stand hinter deiner Entscheidung? Beantworte diese Frage für ein bis zwei der folgenden Situationen:

  • Welche Kleidung hast du heute morgen gewählt? Welches Teil ist zurück auf den Kleiderbügel gewandert?
  • Was gab es heute bei dir zu Mittag? Worauf hast du verzichtet?
  • Welchen Beruf hast du ergriffen und warum?
  • Welcher Karriereweg hätte dich auch gereizt? Warum hast du dich gegen ihn entschieden?
  • Welche Reisen hast du schon gemacht? Welche nicht?
  • Wie oft triffst du dich mit Freund*innen? Warum lässt du ein Treffen sausen?
  • Was fällt dir schwer aufzugeben, selbst wenn es Streit mit deinem*r Partner*in auslöst?
  • ...

Beispiel: Ich habe mich heute morgen für die Jogginghose entschieden, weil sie bequemer ist (Komfort) und mein Arbeitgeber damit kein Problem hat (Freiheit). Ich habe mich gegen die normale Jeans entscheiden (und somit gegen Anpassung)

Wie du siehst, kann man diese Fragen unendlich weiterspinnen. Indem du bei all deinen Entscheidungen, kleinen wie großen, nach dem Warum fragst, definierst du deine Werte. Eine kleine Stolperfalle gibt es jedoch. Was, wenn wir auch Dinge tun, um Erwartungen anderer zu erfüllen oder weil wir glauben, keine andere Wahl zu haben? Wenn wir z. B. vorgeben, Koala-Babies seien uns herzlich egal, um die Chance auf eine Beförderung nicht zu gefährden? Das sind meist die Entscheidungen, die wir bereuen oder von denen wir noch heute wünschen, dass alles anders gelaufen wäre. Überlege dir in diesen Fällen, welche deiner Werte verletzt wurden und wie du dich lieber verhalten hättest.

Auch wenn dieses Aufwühlen der Vergangenheit im ersten Moment ein sehr negatives Gefühl in dir auslöst, hilft es dir unheimlich weiter, deinen wahren Werten auf die Spur zukommen. Wenn du deine Werte glasklar erkennst, wirst du in Zukunft selbstbewusst zu deinen Entscheidungen stehen – und das fühlt sich dann verdammt gut an.  

Übung 2: Wofür bist du dankbar?

Ist dir schon einmal aufgefallen, dass der Ausdruck etwas wertschätzen buchstäblich unsere Werte preisgibt? Ein hervorragender Datensatz für all die Dinge, die du in deinem Leben wertschätzt, sind Dankbarkeitstagebücher. Wenn du kein Tagebuch dieser Art führst, dann nimm dir einen Moment Zeit und schreib 5 Dinge auf, für die du innerhalb der letzten Tage dankbar warst und 5 Dinge, für die du in deinem Leben generell dankbar bist. Das wird deine „Datenbasis” sein.

Frage dich bei jedem Eintrag:

  • Warum verspürst du bei dieser Sache Dankbarkeit?
  • Welcher Wert steckt hinter deiner Begründung?

Schreib dann hinter jeden deiner Einträge einen oder auch mehrere Werte auf. Denk daran, dass dabei einzig und allein deine subjektive Einschätzung zählt. Es gibt keine objektiv richtige Antwort. Zwei Menschen könnten die gleiche Sache tun, aber von zwei völlig unterschiedlichen Werte motiviert sein. Wenn du z.B. die Orchidee auf deiner Fensterbank betrachtest, ist es vielleicht der Wert Ästhetik, den diese Blume in dir anspricht. Für jemand Anderes steht dieselbe Blume möglicherweise für den Wert Natur oder auch für Harmonie. 

 

Die Landkarte deiner Werte

Vielleicht stehst du ganz zu Beginn deiner Selbstentdeckungsreise, vielleicht bist du dir aber auch schon klar über deine Werte. In jedem Fall werden sich deine Prioritäten im Laufe des Lebens verschieben und somit können sich auch deine Werte neu sortieren. Lass uns deswegen eine Momentaufnahme machen. Schnapp dir ein leeres Blatt und schreib die Werte, die immer wieder in deinen Antworten aufgetaucht sind, groß in die Mitte. Gestalte mit ihnen eine Landkarte deiner persönlichen Werte.

Ob Lebenslust, Leistung oder Leidenschaft: Was sind deine drei wichtigsten Werte? In den Kommentaren findest du meine ganz persönlichen Top 3 Werte. Ich lade dich herzlich ein, deine wichtigsten Werte mit mir und den anderen Leser*innen zu teilen :-).

 

Quellen:

[1] Bessere Entscheidungen treffen: Mark Manson: 5 Principles for Making Better Decisions

[2] Werte machen uns glücklich: Mark Manson: 3 Ways to Be Happy

[3] Du bist, was du wertschätzt: Mark Manson: “Who the Fuck Am I?”: The Ultimate Guide to Personal Values

14 Kommentare

Meine wichtigsten Werte sind Freiheit, Zugehörigkeit und Frieden. Das fiel mir spontan ein. (Ich fürchte, ich bin ein bisschen spät, habe das gerade erst gefunden.)

Agnès 10 Juli, 2019

Meine 3 wichtigsten Werte sind Freiheit, Liebe und Natur. Vielen Dank and diese tolle Hilfestellung von Euch Beiden!

Susanne 28 Juni, 2019

Ich habe meine letzte Mail zu vorzeitig abgeschickt. Vielen Dank für alle Newsletter, freue mich jede Woche darauf.

LG Petra

Petra Kaisers 27 Juni, 2019

Meine Werte/Ziele sind Offenheit, Ehrlichkeit, Empathie, dicht gefolgt von Achtsamkeit, Intuition und Kreativität. Ich hab da aber wohl noch eine Menge Arbeit vor mir 😉

Judith 27 Juni, 2019

Hallo,
meine Werte sind Liebe, Kreativität, Freiheit
und Zukunftsorientierung, wobei weitere Werte für mich unter die o.g.fallen. Vielen Dank

Petra Kaisers 27 Juni, 2019

Vielen Dank für den Beitrag. Meine drei Hauptwerte sind Ehrlichkeit, Entwicklung und Hilfsbereitschaft. Es gibt einige weitere, aber nach kurzer Überlegung denke ich dies sind die drei Grundsätzlichen Werte.

Michael 27 Juni, 2019

Ausgehend von der Liste sind meine Werte: Ehrlichkeit, Freundlichkeit und Nützlichkeit. Diese Ansicht ist auf meine Person beschrieben Tagesform- Abhängig und sicherlich auch Altersabhängig.
Wichtiger für jeden Einzelnen ist wohl: Was steht hinter diesen Werten und wie interpretiere ich diese.
Lieben Dank für diese Inspiration.

Heike 27 Juni, 2019

Gar nicht so leicht, aber meine Hauptwerte sind wohl Empathie, Vitalität, Familie, Achtsamkeit, Respekt voreinander. Und noch einiges mehr.

Angela 26 Juni, 2019

Meine Werte sind: FREIHEIT, Respekt, Dankbarkeit, Intuition, Vitalität, Spiritulalität und Intuition. Seitdem ich meinen innerlichen Kompass daraus ausgerichtet habe, habe ich soviele wichtige Entscheidungen schon glasklar und voller Mut getroffen und meinem Leben eine ganz neue Ausrichtung gegeben… und tatatatata… ich erlebe soviel mehr Fülle und Freude und es fühlt sich einfach so schön an, selbst sein Leben nach seinen eigenen Werten zu schaffen, indem man im Einklang mit Ihnen handelt und lebt.
So ein schöner Blogeintrag, ich lege dieses Thema wirklich jeden ans Herz – alle Übungen immer und immer wieder zu machen. Sie bringen uns alle soviel weiter.
Großes Dankeschön an Dominik und Amelie!
P.S: Die Werte Landkarte ist so schön, um sich bildlich seine Wertewelt mal wieder vor Augen zu halten.Danke Euch.

Sophie 26 Juni, 2019

Meine drei Werte sind : Empathie, Hilfsbereitschaft und die Musik

Cordula 26 Juni, 2019

Meine sind: Offenheit, Harmonie und Humor :)

Ling Ling 26 Juni, 2019

Meine Werte sind im Wesentlichen Familie, Dankbarkeit und Empathie. Das war nicht immer so, wird aber neben anderen, sich teils überschneidenden Werten immer wichtiger.

Beste Grüße und weiter so!

Guido 26 Juni, 2019

Meine sind: Kontinuierliches lernen, Unabhängigkeit und Etwas bewirken, wobei ich das Gefühl habe, dass bei mir bei jedem Test/bei jeder Methode etwas anderes rauskommt, muss mich vlt mal intensiver mit dem Thema Werte beschäftigen :)

Daniel 26 Juni, 2019

Meine drei wichtigsten Werte sind: Lernen, Menschlichkeit und Kreativität. Was sind deine? :-)

Amelie 26 Juni, 2019

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